 Fischotter
| Jeden Tag seh ich die Dinge anders, sagt der Maler Wolfgang Kaiser und offenbart damit eines der spannendsten Abläufe im menschlichen Leben: jeder von uns und auch die Dinge um uns herum ändern sich permanent. Also sehen sie auch immer wieder anders aus. Das bietet dem Maler eine reiche Auswahl von immer neuen Aussichten, Kompositionen, Bildern. Mit den Augen des Künstlers gesehen, ist dies ein unerschöpflicher Reichtum an Material zur kreativen Umsetzung. Das Problem dabei ist, dem konkreten Gegenstand die angemessene Form zu geben. Bei aller künstlerischen Freiheit, will der porträtierte Mensch sich wiedererkennen. Er will vielleicht einen anderen Augenblick festgehalten haben, als der Künstler.
Wolfgang Kaiser wurde eher zufällig 1941 in Berlin geboren. Geprägt aber hat ihn die bayerische und fränkische Landschaft. Dort holt er sich die Anregungen für seine Tierbilder und Landschaften. Gemalt hat er eigentlich schon immer. Aber zunächst nur heimlich. Denn der Vater wollte den Sohn später in einem bürgerlichen Beruf sehen. So ging Kaiser früh aus dem Elternhaus, arbeitete immer wieder zeichnerisch, erwarb in München einen Jugendpreis, arbeitete als Fotograf in Nürnberg und vervollständigte sich in seinem technischen Können auf den Kunstakademien in Berlin und Karlsruhe.
Der heute in Oberasbach bei Fürth lebende Künstler legt großen Wert auf sein handwerkliches Können. Er sieht sich als Handwerker, der die vielfältigen Techniken nutzt, um die Leinwand lebendig zu gestalten. Wenn er heute vor allem mit der Prima-Malerei umgeht, zeigt dies seine Fertigkeit. Aber neben dieser Technik, mit der das Bild in einem Arbeitsgang erstellt wird, beschäftigt sich der Künstler auch mit der Lasur-Malerei. Dabei entsteht das Bild in vielen Arbeitsgängen, wird übermalt, verändert, mit Farbschichten zum Leuchten und zur Lebendigkeit gebracht. Real-meisterlich nennt er den Stil, der heute zu seiner Handschrift geworden ist.
Über seine Beliebtheit braucht sich der Künstler schon lange keine Gedanken mehr zu machen. Seine Arbeiten werden ihm sozusagen von der Staffelei geholt. Oft sind es auch Auftragsmalereien, die bei ihm entstehen. Manche Sammler warten ungeduldig auf seine Bilder. Dabei legen sie viel Wert auf seine Portraits von Menschen oder Tieren. |